Pflegekammerkritiker in Rheinland-Pfalz organisieren sich

 

Anfang Januar war es so weit. Nach mehreren Gesprächen wurde eine pflegekammerkritische Initiative in Rheinland-Pfalz gegründet. Unter dem Arbeitstitel »Netzwerk für eine freie Pflegekammer« haben sich die Gründungsmitglieder zusammengeschlossen und stellen sich jetzt der Öffentlichkeit vor.

 

Netzwerk für freie Pflegekammern

 

Verdi, der bffk e.V. und pflegekammer-stoppen.de haben diesen Gründungsprozess begleitet und werden der Initiative weiterhin zur Seite stehen.

 

Ziel ist es eine freiwillige Mitgliedschaft in der Landespflegekammer (LPK) zu erreichen. Zumindest eine sanktionsfreie Mitgliedschaft, die diesem Ziel schon recht nahekommt.

Ein nachvollziehbares Ziel, unter den dem Gesichtspunkt, dass man in Bayern eine demokratisch legitimierte Kammer auf Basis von Freiwilligkeit, von Wertschätzung der Pflegekräfte und ohne zusätzliche Kosten für die diese eingerichtet hat. Als Sprecher werden Sibylle Heinz, Peter Mock und Klaus Behrens bestätigt, welche sich schon sehr lange gegen die Zwangszuweisung in die LPK wehren. Die Mitgliedschaft in der Initiative soll kostenfrei sein und bleiben. Für die Öffentlichkeitsarbeit soll die Homepage www.zwangskammer.de verwendet werden.

 

Ziel ist es, die kritischen Stimmen zu bündeln und die Aktivitäten der LPR kritisch zu begleiten.

 

Die Pfälzer LPK entwickelt bereits ein vergleichbares Mitteilungsbedürfnis wie andere Kammern und die Protagonisten der Kammer neigen dazu, sich auffällig in Szene zu setzen. Dass man dabei Zweifel haben darf, ob die Äußerungen der Kämmerlinge immer mit den gesetzlichen Aufgaben deckungsgleich sind, wird von mehreren Betroffenen bezweifelt. Klinikfinanzierung und ein genereller Mangel an Pflegepersonal sind sicherlich keine Themen der berufsinternen Verwaltungsvorgänge ausschließlich für exam. Pflegekräfte. Forderungen gegenüber der Politik zu stellen ist Aufgabe einer Interessenvertretung aber nicht Aufgabe einer staatlich angeordneten Zwangsverwaltung.

 

Die Initiative möchte auch die Angst vor den Zwangskammern abbauen. Noch immer gibt es eine gewisse Obrigkeitshörigkeit unter den Pflegekräften. Diese zu durchbrechen ist ein Ziel der Gruppierung. Vor einer Organisation, die ohne ein Gesetz nicht existent und lebensfähig wäre, brauchen sich Pflegekräfte nicht zu ducken.

 

Des Weiteren sollen Übergriffe und Einschüchterungsversuche von Vorgesetzten dokumentiert und betreut werden, wenn kammerkritische Pflegekräfte sich äußern oder an Demonstrationen teilnehmen. Entsprechende Fälle sind den Vertretern der Initiative bereits bekannt.

 

Besonderen Wert wird darauf gelegt, dass alle Anfragen und Meldungen vertraulich behandelt werden.